A little perspective, like a little humour, goes a long way.

by Allan Klein

It’s been quite a while since my last post. I’ve been busy with life, settling in here in Wellington, moving into our first rental in the city centre, starting my new job at a private school, building a social life – simply actually arriving in my new life in New Zealand.

The time since I arrived in New Zealand has been quite difficult for me. A lot more difficult than I envisioned. I thought I had it all planned, thought through and was ready for it. I was aware that it will take some time to build new friendships but wasn’t afraid to do so. But reality hit me hard…
Moving from a big social circle in Switzerland to knowing almost no one was a big change and challenged me in many different ways. Everything felt new and there was nothing that felt at least somewhat familiar. Everything just simply overwhelmed and exhausted me. So instead of travelling around the North Island on my own I just spent time in Wellington, applying for jobs and feeling miserable. The “falling in love with the country” that I heard of in so many books about immigrants and their stories just didn’t happen to me.

At some point I had enough of feeling sad, miserable, and drowning in self-pity, that’s just not who I am! I started looking into my habits, how they matched my new life in New Zealand and changed them if they didn’t. I’m not finished with this process, as it takes more than just recognising habits in order to change them. But I started the journey which includes actively building strong, honest, reliable, and giving friendships.

Making friends as an adult isn’t the easiest thing. I started at the place where most adults spend most of their time: my workplace. There are a lot of kind, caring and interesting people at my school! I just love spending time with them and sharing experiences of teaching or life itself. Another step I’m taking is a special Facebook group. It was created to find new female adult friends. Being surrounded by some great New Zealand wine, I naturally signed up for a wine tasting event that happens once per month. Through these events, I met some more lovely people. The more people I connect with, the more I feel like I’ve truly arrived. It helps me seeing things from different angles and with a more positive and humorous. Here’s one example:

I was wondering, why all the roads here are extremely narrow and complicated and why there aren’t as many tunnels as I thought there should be. Tunnels would solve quite a few issues in my opinion…
The city of Wellington was planned by people who didn’t live in Wellington. They actually never visited the city before planning it out. Therefore, they just assumed Wellington was flat. If you’ve already been to Wellington, you’ll know that it’s the opposite of flat… But even when the planners arrived in Wellington and saw its terrain for themselves, they stuck to their plan and just built on hills and valleys instead of flat terrain.

Du siehst nicht wirklich die Welt, wenn du nur durch dein eigenes Fenster siehst.

ukrainisches Sprichwort

Wow – viel zu lange ist es her, seit ich hier ein Lebenszeichen von mir gegeben habe. Ich war die letzten Monate damit beschäftigt in unsere neue Mietwohnung im Stadtzentrum zu ziehen, meinen neuen Job an einer Privatschule zu starten, mir ein neues soziales Umfeld aufzubauen – kurz, wirklich hier in Neuseeland anzukommen.

Wie wichtig tiefgründige soziale Kontakte für mich sind, merke ich erst jetzt, da ich wieder welche habe! Ich kam von einem grossen Freundeskreis in der Schweiz zu ein paar wenigen Bekannten hier in Neuseeland. Mir war klar, dass es eine Weile dauert, Freundschaften aufzubauen. Aber genau diese tiefen Freundschaften, die sich so leicht und unbeschwert anfühlen und die einem emotional auffüllen, haben mir zu Beginn hier in Neuseeland extrem gefehlt. Alles fühlte sich nur anstrengend an. Überall gab es Neues zu entdecken, nichts war bekannt und vertraut – vor allem die Menschen. Dies führte dazu, dass ich mich lange in einer Negativ-Spirale drehte und den Weg heraus nicht finden konnte. Ich las so viele Bücher über das Auswandern nach Neuseeland, aber dieses «sich in das Land und die Leute verlieben» stellte sich bei mir einfach nicht ein.

Irgendwann hatte ich es satt mich so traurig zu fühlen und negativ zu sein, das ist nicht meine Natur! Ich begann, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Dazu hinterfragte ich meine Gewohnheiten und passte diese meinem neuen Leben an. Mit der Zeit fand ich mich selbst wieder und merkte, dass meine negativen Gedanken sehr viel mit meinen fehlenden sozialen Kontakten zu tun haben. Deshalb begann ich, aktiver auf andere Menschen zu zugehen und schloss mich auch einer Facebook Gruppe für Frauen an.

Nach nicht allzu langer Zeit nahm ich das erste Mal an einem von dieser Gruppe organisiertem «Wine tasting» teil. Wir waren drei Frauen, probierten gemeinsam Weine und erzählten uns unsere Lebensgeschichten, die gar nicht so verschieden waren.
Auch in der Schule fing ich an, aktiv auf meine Kolleginnen zuzugehen und merkte schnell, wer gerne Zeit mit mir verbringt. Diese Kollegschaften bin ich nun am Vertiefen.

Neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schliessen half mir dabei, eine andere Perspektive zu sehen und verstehen zu können. Dinge, die ich vorher einfach als komisch oder doof abgetan hatte, machten nun viel mehr Sinn. Hier zwei Beispiele dafür:

Beispiel 1: Ich fragte mich immer wieder, warum die Strassen hier so unglaublich kompliziert sind und nicht einfach mehr Tunnels gebaut wurden. Das würde viele Probleme auf einen Schlag lösen.
Die Stadt Wellington wurde geplant von Menschen, die nicht in Wellington lebten. Menschen, die noch nie in Wellington waren und absolut keine Ahnung hatten, wie das Terrain beschaffen ist. Sie nahmen einfach an, dass Wellington flach ist und planten ihre Stadt dementsprechend. Als die Planer dann hier ankamen mussten sie feststellen, dass es hier mehr Hügel als Flächen gibt. Anstatt ihren Plan anzupassen, zogen sie ihn wie geplant durch, einfach auf Hügeln und in Tälern statt auf geraden Flächen.

Beispiel 2: Auf meinem Weg in die Stadt gab es eine Baustelle, die über Monate hinweg einfach gleich aussah. Obwohl jeden Tag etwa sieben BauarbeiterInnen anwesend waren, ging es nicht vorwärts. Dabei beobachtete ich, dass von diesen sieben nur zwei wirklich bauten, während die anderen fünf entweder Schilder drehten, Pause machten oder Pylonen hin- und herrückten.Mir
Mir wurde gesagt, dass die Regierung die Arbeitslosenquote gerne tief hält. Sie stellten daher gerade für Baustellen gerne Leute ein, die weder eine Ausbildung noch irgendwelche Kenntnisse auf diesem Gebiet haben. Bei den zwei ArbeiterInnen, die ich arbeiten sah, handelte es sich demnach um die zwei, die wussten was zu tun war. Die anderen fünf waren da, um einen Job zu haben. Ob es für den Staat wirklich günstiger ist, diesen fünf weniger Lohn als Arbeitslosengeld zu zahlen? Ich weiss es nicht, aber sie haben Arbeit.

Auch wenn ich nicht alles verstehe was die Neuseeländer tun und lassen, ich versuche von nun an wirklich die Welt zu sehen und sie nicht nur durch mein eigenes Fenster zu betrachten.



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